In den 1970er-Jahren war das Abspielen eines Super-8-Spielfilms ein richtiges Ritual und deutlich aufwendiger als heutiges Fernsehen oder Streaming. Super-8 war ein analoges Schmalfilmformat, das vor allem für Urlaubsfilme und eben für gekaufte Spielfilme genutzt wurde. Die entsprechenden Filme konnte man beim Fotofachhändler, später auch in einigen Kaufhausketten erwerben. 

Siehe hierzu unser kleines Einführungsvideo.

Grundausstattung für die Vorführung

Um einen Super-8-Spielfilm vorzuführen, benötigte man:

  • Einen Super-8-Projektor
    Das Herzstück der Anlage. Er transportierte den Film mechanisch Bild für Bild durch das Bildfenster und projizierte ihn mit einer leistungsstarken Lampe auf die Leinwand.
  • Filmspulen mit Super-8-Film
    Spielfilme lagen meist auf 120-, 180- oder 240-Meter-Spulen vor. Längere Filme bestanden aus mehreren Akten, die man während der Vorführung wechseln musste.
  • Eine Projektionsfläche
    Meist eine aufrollbare Leinwand, alternativ auch eine helle, glatte Wand.
  • Tonwiedergabe (bei Tonfilmen)
    Ab Mitte der 1970er waren viele Super-8-Filme mit Magnetton ausgestattet. Der Projektor hatte dafür einen eingebauten Lautsprecher oder einen Ausgang für externe Boxen.
  • Abgedunkelter Raum
    Tageslicht machte das Bild schnell kontrastarm – Vorhänge zuziehen war Pflicht.
  • Zubehör & Pflege
    Ersatzlampen, Filmreiniger, Schnittgerät, Klebestreifen und manchmal ein Umspulgerät gehörten zur typischen Ausstattung ambitionierter Filmfreunde.

Einige Projektorenhersteller dieser Zeit

Bauer

Bauer-Projektoren galten als besonders hochwertig und langlebig. Modelle wie der Bauer T610 oder T525 boten ruhigen Bildstand, starke Lampen und zuverlässige Tonwiedergabe. Sie waren bei Filmamateuren und Semi-Profis sehr beliebt – allerdings auch preislich im oberen Segment.

Porst

Porst vertrieb Super-8-Projektoren unter eigenem Namen, oft von anderen Herstellern produziert. Sie richteten sich an Hobbyfilmer, boten solide Technik und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Häufige Merkmale: einfache Bedienung und kompakte Bauform.

Revue

Revue war die Hausmarke des Versandhauses Quelle. Revue-Projektoren waren weit verbreitet, da sie günstig und per Katalog erhältlich waren. Technisch eher schlicht, aber für gelegentliche Filmabende völlig ausreichend.

Elmo

Elmo aus Japan war international bekannt für sehr zuverlässige und leise Projektoren. Modelle wie der Elmo GS-1200 (später auch bei Sammlern legendär) boten exzellente Tonqualität, hohe Lichtleistung und professionelle Ausstattung.

Eumig

Eumig aus Österreich gehörte zu den Marktführern im Super-8-Bereich. Geräte wie der Eumig Mark S oder S 810 waren für ihre Benutzerfreundlichkeit, gute Optiken und stabile Mechanik bekannt – ideal für Familien und Filmclubs.

Die Liste der Hersteller ist natürlich nicht vollständig. Sie soll lediglich einen kleinen Einblick in die Super 8-Technik bieten.